Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.

Freunde sind lebenswichtig für uns.

Und wir brauchen nicht mal viele Freunde.

Psychologische Untersuchungen zeigen, dass ein, zwei gute Freunde völlig ausreichend sind für unser Wohlbefinden. Unser Gefühl von Zugehörigkeit. Unsere seelische Gesundheit.

Familie – so schön sie auch ist – können wir uns bekanntlich nicht aussuchen. Freunde hingegen schon.

Unsere größten Entwicklungsthemen und unser größter Schmerz hängen meist direkt mit unserer Familie zusammen.

Das macht Freunde letztendlich so wichtig. Sie fangen uns auf. Sie weinen mit uns. Sie lachen mit uns.

Sie bieten uns eine Hand, wenn es unserer Familie gerade – aus welchen Gründen auch immer – leider nicht möglich ist.

Unsere Freunde teilen Dinge mit uns, die uns wichtig sind. Werte. Ansichten. Dinge, die uns ausmachen und mit unserem tiefsten Inneren zusammenhängen.

Sie sagen uns aber auch mal, wenn wir auf dem Holzweg sind. Offen und ehrlich, selbst wenn das manchmal weh tut.

Denn ein guter Freund wird auch immer mal wieder den Finger in Ihre Wunden legen. Weil er Ihnen helfen will, sich zu entwickeln. Weil er Ihnen helfen will, sich von Ihrem Schmerz zu befreien.

Weil er Sie liebt.

Das Beste daran?

Ein Freund liebt Sie um Ihrer selbst willen. Nicht für Ihren Status. Nicht für Ihre Position auf der Arbeit. Nicht für diesen oder jenen Besitz.

Und ein Freund liebt Sie mit Ihren Fehlern. Vielleicht auch gerade wegen Ihrer Fehler. Weil sie Sie menschlich machen.

Ein Freund sieht die Möglichkeiten, die in Ihnen stecken. Oft mehr als Sie selbst.

Schauen Sie sich mal um in Ihrem Freundeskreis…

Wer ist Ihnen ein wirklich guter Freund? Und vor allem: Wem sind Sie ein wirklich guter Freund?

Oftmals werden Sie feststellen, dass es vielleicht auch Menschen sind, mit denen Sie gar nicht so viel Kontakt haben.

Sie wissen einfach, dass Sie immer auf diesen Menschen zählen können. Und dieser Mensch weiß, dass er immer auf Sie zählen kann. Egal, ob Sie sich oft sehen bzw. hören oder nicht.

Und wenn Sie noch tiefer schauen, werden Sie vielleicht feststellen, dass Ihre Beziehung relativ ausbalanciert ist. Dass sich Geben und Nehmen die Waage halten.

Das macht Freundschaften so wertvoll und besonders im Vergleich zu oberflächlichen Bekanntschaften.

Ich persönlich glaube, dass gute Freundschaften auf diesem ausgeglichenen Verhältnis von Geben und Nehmen basieren.

Denn wenn einer immer nur gibt und der andere immer nur nimmt, ist das auf Dauer ungesund und schädigt die Freundschaft.

So kann es eines Tages dazu kommen, dass einer von beiden aus dieser – im Grunde für beide – ungesunden Beziehung aussteigt: Der Gebende, weil er nicht mehr geben kann (oder will). Oder der Nehmende, weil er jemanden anderes gefunden hat, von dem er noch mehr nehmen kann (dem anderen Grenzen aufzeigen kann auch ein Freundschaftsdienst sein).

Daher achten Sie bei Freundschaften, die Ihnen wichtig sind, darauf, dass Geben und Nehmen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Geben Sie dem anderen gern und mit Freude, was Sie zu geben haben. Aber nehmen Sie auch immer wieder mit dankbarem Herzen an, was der andere Ihnen zu geben hat.

Seien Sie einfach ein guter Freund – dann werden auch Sie immer ein paar gute Freunde Ihr Eigen nennen können.

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